Freunde von Freunden

Sabine Schmidt
Gallerist, Apartment and Gallery, Berlin-Wedding and Mitte
Interviews > Sabine Schmidt

An einem tristen, grauen Wintertag steigen wir die nicht enden wollenden Stufen eines Hauses im Berliner Bezirk Wedding hinauf. Die Galeristin Sabine Schmidt öffnet uns die Tür in eine Welt, die – entgegen aller Erwartungen – (fast) völlig Kunst-frei ist. Die Dachgeschosswohnung wirkt spartanisch, fast steril.

Beim anschließenden Besuch in ihrer , schließt sich der Kreis: hier entfaltet sich die ganze Energie und Begeisterung der Galeristin, die hier auf ihre ganz eigene Weise die Familientradition fortführt. Durch die Überreste einer Performance-Aktion hallen die aggressiven Schreie des Künstlers Christian Falsnaes. In unserem Gespräch erfahren wir, wie Sabine Schmidts Weg in die Kunst begann und warum die Frage nach den Eichen darin eine nicht unwesentliche Rolle spielt.

Freunde von Freunden — Sabine Schmidt — Gallerist, Apartment and Gallery, Berlin-Wedding and Mitte — http://tourdulich.info/de/interviews/sabine-schmidt/

Freunde von Freunden — Sabine Schmidt — Gallerist, Apartment and Gallery, Berlin-Wedding and Mitte — http://tourdulich.info/de/interviews/sabine-schmidt/

Freunde von Freunden — Sabine Schmidt — Gallerist, Apartment and Gallery, Berlin-Wedding and Mitte — http://tourdulich.info/de/interviews/sabine-schmidt/

Freunde von Freunden — Sabine Schmidt — Gallerist, Apartment and Gallery, Berlin-Wedding and Mitte — http://tourdulich.info/de/interviews/sabine-schmidt/

Freunde von Freunden — Sabine Schmidt — Gallerist, Apartment and Gallery, Berlin-Wedding and Mitte — http://tourdulich.info/de/interviews/sabine-schmidt/

Freunde von Freunden — Sabine Schmidt — Gallerist, Apartment and Gallery, Berlin-Wedding and Mitte — http://tourdulich.info/de/interviews/sabine-schmidt/

Freunde von Freunden — Sabine Schmidt — Gallerist, Apartment and Gallery, Berlin-Wedding and Mitte — http://tourdulich.info/de/interviews/sabine-schmidt/

Freunde von Freunden — Sabine Schmidt — Gallerist, Apartment and Gallery, Berlin-Wedding and Mitte — http://tourdulich.info/de/interviews/sabine-schmidt/

Freunde von Freunden — Sabine Schmidt — Gallerist, Apartment and Gallery, Berlin-Wedding and Mitte — http://tourdulich.info/de/interviews/sabine-schmidt/

Freunde von Freunden — Sabine Schmidt — Gallerist, Apartment and Gallery, Berlin-Wedding and Mitte — http://tourdulich.info/de/interviews/sabine-schmidt/

Freunde von Freunden — Sabine Schmidt — Gallerist, Apartment and Gallery, Berlin-Wedding and Mitte — http://tourdulich.info/de/interviews/sabine-schmidt/

Freunde von Freunden — Sabine Schmidt — Gallerist, Apartment and Gallery, Berlin-Wedding and Mitte — http://tourdulich.info/de/interviews/sabine-schmidt/

Freunde von Freunden — Sabine Schmidt — Gallerist, Apartment and Gallery, Berlin-Wedding and Mitte — http://tourdulich.info/de/interviews/sabine-schmidt/

Freunde von Freunden — Sabine Schmidt — Gallerist, Apartment and Gallery, Berlin-Wedding and Mitte — http://tourdulich.info/de/interviews/sabine-schmidt/

Freunde von Freunden — Sabine Schmidt — Gallerist, Apartment and Gallery, Berlin-Wedding and Mitte — http://tourdulich.info/de/interviews/sabine-schmidt/

Freunde von Freunden — Sabine Schmidt — Gallerist, Apartment and Gallery, Berlin-Wedding and Mitte — http://tourdulich.info/de/interviews/sabine-schmidt/

Freunde von Freunden — Sabine Schmidt — Gallerist, Apartment and Gallery, Berlin-Wedding and Mitte — http://tourdulich.info/de/interviews/sabine-schmidt/

Freunde von Freunden — Sabine Schmidt — Gallerist, Apartment and Gallery, Berlin-Wedding and Mitte — http://tourdulich.info/de/interviews/sabine-schmidt/

Freunde von Freunden — Sabine Schmidt — Gallerist, Apartment and Gallery, Berlin-Wedding and Mitte — http://tourdulich.info/de/interviews/sabine-schmidt/

Freunde von Freunden — Sabine Schmidt — Gallerist, Apartment and Gallery, Berlin-Wedding and Mitte — http://tourdulich.info/de/interviews/sabine-schmidt/

Freunde von Freunden — Sabine Schmidt — Gallerist, Apartment and Gallery, Berlin-Wedding and Mitte — http://tourdulich.info/de/interviews/sabine-schmidt/

Freunde von Freunden — Sabine Schmidt — Gallerist, Apartment and Gallery, Berlin-Wedding and Mitte — http://tourdulich.info/de/interviews/sabine-schmidt/

Freunde von Freunden — Sabine Schmidt — Gallerist, Apartment and Gallery, Berlin-Wedding and Mitte — http://tourdulich.info/de/interviews/sabine-schmidt/

Freunde von Freunden — Sabine Schmidt — Gallerist, Apartment and Gallery, Berlin-Wedding and Mitte — http://tourdulich.info/de/interviews/sabine-schmidt/

Freunde von Freunden — Sabine Schmidt — Gallerist, Apartment and Gallery, Berlin-Wedding and Mitte — http://tourdulich.info/de/interviews/sabine-schmidt/

Freunde von Freunden — Sabine Schmidt — Gallerist, Apartment and Gallery, Berlin-Wedding and Mitte — http://tourdulich.info/de/interviews/sabine-schmidt/

Freunde von Freunden — Sabine Schmidt — Gallerist, Apartment and Gallery, Berlin-Wedding and Mitte — http://tourdulich.info/de/interviews/sabine-schmidt/

Freunde von Freunden — Sabine Schmidt — Gallerist, Apartment and Gallery, Berlin-Wedding and Mitte — http://tourdulich.info/de/interviews/sabine-schmidt/

Freunde von Freunden — Sabine Schmidt — Gallerist, Apartment and Gallery, Berlin-Wedding and Mitte — http://tourdulich.info/de/interviews/sabine-schmidt/

Freunde von Freunden — Sabine Schmidt — Gallerist, Apartment and Gallery, Berlin-Wedding and Mitte — http://tourdulich.info/de/interviews/sabine-schmidt/

Freunde von Freunden — Sabine Schmidt — Gallerist, Apartment and Gallery, Berlin-Wedding and Mitte — http://tourdulich.info/de/interviews/sabine-schmidt/

Freunde von Freunden — Sabine Schmidt — Gallerist, Apartment and Gallery, Berlin-Wedding and Mitte — http://tourdulich.info/de/interviews/sabine-schmidt/

Freunde von Freunden — Sabine Schmidt — Gallerist, Apartment and Gallery, Berlin-Wedding and Mitte — http://tourdulich.info/de/interviews/sabine-schmidt/

Freunde von Freunden — Sabine Schmidt — Gallerist, Apartment and Gallery, Berlin-Wedding and Mitte — http://tourdulich.info/de/interviews/sabine-schmidt/

Freunde von Freunden — Sabine Schmidt — Gallerist, Apartment and Gallery, Berlin-Wedding and Mitte — http://tourdulich.info/de/interviews/sabine-schmidt/

Freunde von Freunden — Sabine Schmidt — Gallerist, Apartment and Gallery, Berlin-Wedding and Mitte — http://tourdulich.info/de/interviews/sabine-schmidt/

Gibt es Gegenstände in der Wohnung, die für Dich eine besondere Bedeutung haben?

Mein Lieblingsgegenstand ist dieser Tiger. Er war ein Geschenk für meinen Freund, als wir uns gerade kennen gelernt haben. Er steht auf Plattencover und generell das Design der Achtzigerjahre, das Trashige. Eines Tages habe ich zufällig diesen Tiger in einem Blumenladen im Wedding entdeckt. Er stand da zwischen den Blumen, und dann habe ich dieses riesige Tier mit nach Hause geschleppt. Seitdem ist er Teil unserer Familie. Ansonsten ist unsere Wohnung ja eher minimal, sehr karg. Ich mag das, denn hier kann ich meinen Gedanken freien Lauf lassen, muss nicht darüber nachdenken, was ich als nächstes aufhänge – das ist wirklich mein Rückzugsraum.

Wo stammst Du ursprünglich her?

Ich bin im Hochsauerland in Nordrhein-Westfalen geboren und aufgewachsen, das war als Kind wunderbar und als Teenager wird es dann sehr langweilig.

Warum?

Alles, was man dort machen kann, ist Bier trinken, und wir sind ja sehr berühmt für die Biere unserer Region (lacht..)

Wie begann Dein Interesse für die Kunst?

Durch meine Mutter habe ich die Kunstwelt entdeckt. Sie hat mich immer zur Documenta mitgenommen und so bin ich alle 5 Jahre mit ihr in eine so ganz andere Welt gekommen. Eine Welt, die mich unheimlich fasziniert hat, nicht nur wegen der Menschen, die man dort treffen konnte, eben auch wegen der Inhalte. Ich erinnere mich noch an die Documenta 8 (1987) mit Schneckenburger, als Beuys’ Sohn die 7000 Eichen-Aktion beendet hat. Darüber habe ich mir viele Gedanken gemacht als 12-Jährige. Was soll das? Warum eine Eiche pflanzen zusammen mit einem Stein? Diese Gedanken haben mich unheimlich fasziniert. Dass es Menschen gibt, die sich tatsächlich beruflich mit solchen Fragen beschäftigen. Damit war es für mich eigentlich klar, dass ich mal so was in die Richtung machen würde.

Es war also schon ganz früh klar, dass Du und die Kunst…

Das ich das gerne mag – definitiv! Für mich war die Kunst früher wirklich ein Tor zur Welt. Meine Eltern sind zwar auch manchmal mit uns auf Städtetouren gefahren, aber mein Vater war selbstständig und hatte nie viel Zeit für lange Urlaubsreisen. Als ich das erste Mal mit dem Flugzeug geflogen bin, war ich, glaube ich, 18 oder 19. Ich bin wirklich richtig auf dem Land groß geworden und habe deshalb viel nach Inhalten gesucht und versucht Neues zu entdecken und was zu lesen, was ich so noch nicht kannte. Es war für mich klar, dass ich definitiv etwas machen möchte, was mich durch die Welt reisen lässt und mich flexibel leben lässt.

Und nach dem Abitur hast Du Dich dann direkt für Kunstgeschichte eingeschrieben?

Ja. Es gab natürlich auch Hochs uns Tiefs. Es gab alles Mögliche und natürlich auch die Firma meines Vaters, die PSM heißt, bzw. hieß.

Was ist das für eine Firma gewesen?

Maschinen, ursprünglich – nach dem Krieg wurde alles gebaut, was gebraucht wurde, also von der Brotbackmaschine bis zur Waschmaschine – alles, was eben nötig war. Und über die Jahre haben sie sich spezialisiert auf Aufzüge. Mit der Öffnung des Ostens und Asien hat es sich dann abgezeichnet, dass sich da etwas tut, wo wir als eine kleine, mittelständische Firma mitten auf dem Land wahrscheinlich niemals werden mithalten können. Ich war dann die, von der erwartet wurde, dass ich das irgendwann mal weiterführe. Als ich dann aber verkündet habe, ich will gar nicht BWL studieren, sondern Kunstgeschichte, hat mein Vater sofort gesagt ja, dann mach das, das ist gut. Er hat das immer unterstützt, was mich sehr gefreut hat. Kurz bevor ich die Galerie eröffnet habe, steckte die Firma in der Krise und da war klar, jetzt schließen oder irgendwann geht’s nicht mehr weiter. Und dementsprechend war es klar, als ich mich selbständig gemacht habe, wie die Galerie heißt: sie wird natürlich PSM heißen, dass stand außer Frage.

Was verbirgt sich hinter dem Namen PSM?

PSM steht für Paul Schmidt Medebach und wurde von meinem Großvater gegründet. Medebach ist das kleine Dorf, aus dem ich komme, es ist eigentlich schon eine Stadt, es hat Stadtrecht, ist aber wirklich klein. Mein Vater hat die Firma dann übernommen.

Erzähl uns etwas über das Logo.

Es ist das Logo, mit dem mein Großvater nach dem Krieg die Firma PSM eröffnet hat. Ich glaube für die damalige Zeit war das ziemlich gängiges Design. Der Kreis wurde gern genutzt und auch das zentrierte Setzen eines Logos, was ich ja auch heute mache in der Galerie. Ich setze das Logo – was heute ja eigentlich ein No-Go ist – so richtig zentriert oben aufs Blatt und richte mich damit ganz stark nach der damaligen Zeit, in der alles angefangen hat für ihn. Das Logo hat sich natürlich über die Jahre verändert, aber mir war es wichtig, die erste Version zu finden. Mein Vater hat sehr lange suchen müssen und hat dann in einer Schublade noch eine ganz alte Visitenkarte gefunden, wo das Logo ganz klein drauf war. Und dann haben wir das nachgezeichnet. Das war für mich sehr wichtig dieses Logo weiter zu tragen. Immer, wenn ich in die Galerie komme, habe ich wirklich das Gefühl, dass ich die Familientradition weiterführe, denn ich gehe zu PSM. Und manchmal muss mein Vater lachen, wenn ich zum Beispiel sage, wir hatten heute PSM-Weihnachtsfeier, weil er das natürlich auch früher hatte. Er sagt immer, Du hast PSM zeitgemäß gemacht.

Wie fallen die Reaktionen auf den Namen aus?

Als ich das Logo ausgesucht habe, haben mir viele gesagt, du bist völlig verrückt – PSM, da werden alle immer an PMS denken und werden sich lustig machen und keiner weiß, was PSM heißen soll und haben mir abgeraten. Für mich gab es aber keine Diskussion. Das Witzige ist, dass mich eigentlich fast nie jemand fragt, was PSM heißt.

Wirklich?

Manchmal, ganz selten, nach Jahren, gibt es auch schon mal Leute, die fragen. Ich habe das ja auch nicht auf meine Internetseite geschrieben, weil ich die Geschichte lieber persönlich erzähle und nicht so öffentlich hinschreiben möchte. Es ist eine private Geschichte, die kein Geheimnis ist, die ich aber nicht vermarkten wollte.

Wie ist die Idee für den Projektraum Korridor entstanden?

Den habe ich damals mit meiner Freundin Fanny Gonella zusammen gegründet. Wir waren zu der Zeit beide Galerieassistentinnen und uns fehlte das Selbstmachen. Dann bin ich in eine große, renovierungsbedürftige Wohnung im Prenzlauerberg gezogen, die unheimlich billig war. Dann habe ich gesagt, wir müssen was mit diesem riesigen Flur machen, mit dem Korridor! Also haben wir angefangen, Ausstellungen zu machen. Das war eine tolle und verrückte Zeit. Knapp 2 Jahre lief es wirklich gut und wir haben viel Aufmerksamkeit bekommen, und dann haben wir gesagt, jetzt hören wir lieber auf, bevor wir nicht mehr die Kraft haben hier so weiterzumachen.

Und hattest Du damals schon das Ziel vor Augen, eine eigene Galerie zu eröffnen?

Das erste Galerie-Praktikum, das ich nach dem Studium gemacht habe, war bei Christian Nagel. Da habe ich gleich gedacht, es macht großen Spaß, mit den Künstlern so direkt und eng zu arbeiten, und im eigenen Raum. Auf dieser Grundlage habe ich natürlich auch den Projektraum gegründet, um auch einfach mal zu gucken, ob ich das kann – sich mal auszuprobieren. Habe ich wirklich ein eigenes Auge? Weiß ich was ich will? Also dieses Herausfinden, was man wirklich machen möchte, das ist damals passiert.

Das heißt, Du hast irgendwann gekündigt und gesagt, ich muss jetzt was Eigenes machen?

Jein, ich war ja in mehreren Galerien – ich war bei Christian Nagel, dann bei Atle Gerhardsen und dann hab ich das Büro Friedrich noch eine Zeit gemacht. Und in dieser Zeit sprach mich das Haus der Kulturen der Welt an, ob ich nicht für sie arbeiten will. Weil mein Hintergrund aus dem Studium nicht nur die Kunstgeschichte, sondern auch die Ethnologie ist und ich mich inhaltlich mit einem ganz ähnlichen Themenzirkel auseinandergesetzt habe, wie das Haus der Kulturen, was ich sehr spannend finde. Die machen ein tolles Programm und arbeiten daran, das Haus neu zu definieren, denn die ursprüngliche Idee, Kunst beispielsweise aus Afrika zu zeigen ist ja nun einfach hinfällig. Irgendwann habe ich dann gemerkt, es ist nichts für mich – es ist mir zu langsam. Man plant die Ausstellungen 2, 3 Jahre im Voraus und sitzt ewig über den Budgets und ja, den ganzen organisatorischen Dingen. Ich wollte einfach direkter arbeiten, wirklich auch selber mitmischen, näher dran sein.

Ist es Zufall, dass deine Galerie in einem Industrie-Areal liegt?

Nein, für mich war ganz klar, dass ich Industrieräume brauche. Ich habe sie ganz bewusst so ausgewählt, damit sie mich an die Firma meines Opas erinnern. Die Räume der Galerie waren früher tatsächlich eine Lkw-Garage, da passten 2 Lkws rein. Mein Büro war der Lackierraum, das sieht man noch an den gelb gefliesten Wänden.

Was ist das für ein Gelände?

In der ehemaligen DDR befand sich hier der Fuhrpark der SED, daher die vielen Werkstätten und das Parkhaus. Jetzt passieren hier viele kleinere Dinge. Es ist ein bunt gemischter Hof, den sich einige Künstler, eine weitere Galerie und ein Projektraum, aber eben auch
Schrauber und Automechaniker teilen. Und, was ich unheimlich schräg finde, es gibt sogar einen Schützenverein. Der Raum war wirklich ein großer Glücksfall – so zentral und unglaublich günstig, weil es ja ein Abriss-Gelände ist. Aber irgendwann ist es auch schön für eine Galerie umzuziehen, neue Räume zu finden und zu bespielen. Ich glaube, es ist auch für die Künstler ganz wichtig. Aber über den Wandel denke ich jetzt noch nicht so nach. Im Moment bin ich noch in der Phase den Leuten zu zeigen wer wir jetzt sind.

Was meinst Du mit „wer wir jetzt sind“?

Wir sind eine junge Galerie. Ich treffe immer noch viele Leute, die den Namen PSM noch nie gehört haben.

Und trotzdem hast Du es geschafft, innerhalb kürzester Zeit bei den wichtigsten Events dabei zu sein.

Ja, da bin ich auch sehr froh darüber. Ich kann immer nur jedem sagen: versucht euer Ding zu machen, guckt nicht rechts und nicht links. Es gibt ja viele Diskussionen in Berlin um diverse Gruppenbildungen, ich finde, das ist Quatsch. Es geht wirklich um die Ausstellungen und das Programm und um nichts anderes, daran glaube ich fest. Also auf den Bauch hören, einfach machen, was man will und sich darin zeigen, auch mal ein Risiko eingehen. Ich habe fast nur Künstler gezeigt, die kein Mensch vorher gesehen hat, die noch keine Galerie-Repräsentanz hatten, was natürlich ein Risiko ist, weil man nicht weiß, wie die Leute darauf reagieren. Man weiß auch nicht, wie die Künstler in der Zusammenarbeit funktionieren. Aber für mich war immer klar, dass der einzige Weg, zukünftig und dauerhaft mit der Galerie bestehen zu können, über die Künstler läuft, die man selber aufgebaut hat. Sie sind es, die das Bild der Galerie prägen und auch am meisten stärken. Zum Glück hat es geklappt und darüber bin auch sehr froh. Aber ich weiß auch, dass wir auf einem dünnen Seil tanzen. Man darf sich niemals zurücklehnen, man muss immer weitermachen, gerade in Berlin – die Konkurrenz schläft nicht, alle sind emsig und es gibt viele gute Galerien. Gerade in meiner Generation sind viele Kollegen, die ich sehr schätze und die eine tolle Arbeit machen, was einen natürlich auch animiert, dass eigene Niveau zu halten.

Wie kommt Dein Programm zustande?

Mich interessiert die Geschichte hinter der Arbeit der Künstler und deren Interessen. Ich hege keine Präferenz für ein bestimmtes Medium. Die Künstler, die Teil meines Programmes sind, haben alle einen sehr eigenen Umgang mit verschiedensten Materialien und somit eine sehr eigene Formsprache, obwohl sie komplett frei in Ihrer Wahl der Medien agieren. Was daran liegt, dass Sie authentisch Themen verarbeiten, die gewollt oder ungewollt Teil Ihres Lebens und somit unausweichlich zum Zentrum Ihres Denkens wurden.

Woher kommt Deine Energie?

Ach, mir macht das einfach Spaß, ich liebe meinen Beruf – eben genau die Kombination aus inhaltlichem Arbeiten und die Zusammenarbeit mit Menschen. Ich liebe es mit meinen Künstlern darüber zu reden, was wir als nächstes machen können. Ich gehe unheimlich gerne auf Messen – rede gerne mit anderen Menschen über Kunst. Es ist einfach mein Traumjob und dementsprechend gebe ich dafür auch alles. Natürlich gibt es Tage, an denen man denkt, heute ist Samstag, ich würde lieber an den See gehen, anstatt in einer Galerie ohne Fenster zu sitzen. Der Kultur-Betrieb ist einfach extrem hart – man muss immer alles geben. Wenn ich mal keine Lust habe, dann denke ich, du machst das ja nur für Dich.

Und wenn Du von einer Messe nach Hause kommst, kannst Du den ganzen Kunst-Wahnsinn gleich wieder ausstellen?

Ja, man ist dann so müde, dann legt man sich nur noch ins Bett und spielt mit dem Kind. Meine Tochter ist ein ganz wichtiger Ausgleich für mich. Wenn ich sie aus der Kita abhole, dann ist klar, jetzt kann nicht mehr gearbeitet werden, jetzt wird eingekauft, gekocht und gespielt – diese alltäglichen Dinge tun unheimlich gut. Ich glaube, sonst wäre man wirklich Tag und Nacht in Gedanken bei der Arbeit.

Vielen Dank für das Interview! Mehr über die Galerie und aktuelle Ausstellungen erfährt man auf Sabines .

Interview und Text: Helene von Kügelgen
Fotos: Ailine Liefeld

www.designedby3d.com/shop/hawkmoon/

designedby3d.com

www.dxtranss.com.ua/avtoperevozki-po-ukraine/avtoperevozki-kiev/

Privacy Preference Center

Close your account?

Your account will be closed and all data will be permanently deleted and cannot be recovered. Are you sure?